Basiswissen Stimme

„Durch´s Auge Liebe? Nichts ist abgeschmackter.
Der Kehlkopf nur verrät uns den Charakter.“

Theodor Fontane

Der Klang unserer Stimme entscheidet darüber, ob wir ernst genommen, respektiert und wirklich angehört oder abgelehnt werden. Er kann Sympathie, Interesse, Aufmerksamkeit wecken – oder aber Widerwillen und Ablehnung auslösen. Er beeinflusst, ob wir unserer Umgebung liebenswert, wach, offen und charmant – oder eher unsympathisch und uninteressant erscheinen.

Bedeutung von Stimme

• Stimme transportiert weit mehr als lediglich Worte und Inhalt: sie transportiert direkt, subtil und dennoch unmittelbar vom Kommunikationspartner/Publikum wahrgenommen Emotionen und Befindlichkeiten einer Person.

• Stimme ist keinem einzelnen Körperorgan zuordenbar, sondern entsteht aus einem Zusammenspiel von mehreren Funktionen und Bedingungen. Ein aktives, „stimm-technisches Training“ an einzelnen Stimmfunktionen kann zu einseitigem Fehlverhalten und Belastungsfehlern führen. Durch falsche Maßnahmen wird ein vorübergehendes Symptom oft zur „funktionellen“ Stimmstörung (Dysphonie), indem sich der Körper ein ihm fremdes Muster angewöhnt, welches das an sich gesunde Organ auf Dauer schädigt. (vgl. Wittstock „Stimmig sprechen“, S. 17) Stimmprobleme beruhen oft darauf, dass Betroffene den Stimmfunktionen zu viel, den übrigen körperlich und psychisch-geistigen Funktionen aber zu wenig Aufmerksamkeit widmen.

• Das Sprechen an sich wird vorrangig von unseren logischen, analytischen Hirnregionen und somit vom Verstand und Intellekt koordiniert. Musik und Klangschwingung hingegen wandern direkt ohne Umweg über den Verstand in die Bereiche des Hirns, die mit dem Gemüt und Gefühlen zu tun haben;
Menschen, deren Sprachzentrum (z.B. nach einem Unfall) defekt ist, können meist nicht mehr sprechen, aber mitunter deutlich verständlich Liedtexte singen.
Singen ist eine soziale, stark emotional gefärbte Kommunikationsform.
Musik und Gesang war auch in unserer westlichen Kultur immer ein wesentlicher Teil des sozialen Lebens – bei z.B. Festzeiten, Zeremonien und immer wieder zu besonderen Anlässen im Jahreszyklus wurde gemeinsam gesungen. Schließlich wurde aktives, gemeinsames Selbst-Singen zunehmend verdrängt durch den Konsum von „anspruchsvollem“ Gesang im Rahmen von professioneller Gesangs- und Konzertkultur. Singen wurde „denen überlassen, die es können“.

• Der ursprüngliche Singtrieb des Menschen (vgl. Husler, 1965, in Cramer, S 8), wird heute oft unterdrückt;
dadurch dass die Stimmmechanismen stark eingeschränkt, bzw. kaum beansprucht werden, kommt es vermehrt zu Phonastien (Stimmschwächen).
Desweiteren ist das Hören, das Lauschen und die Ausbildung des inneren Ohres eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Stimme überzeugend einsetzen zu können; Das Gehör steuert u.a. unseren Gleichgewichtssinn und unsere Muskelspannung. Es wird auch als „Meisterorgan“ der Stimme bezeichnet. Durch Trainieren von Hören ist es möglich, Brillanz, Volumen und Strahlkraft der Stimme zu entfalten. Professor Tomatis fand heraus, dass der Mensch nur das auch sprechen oder singen kann, was sein eigenes Ohr Hören kann. Diese Erkenntnisse wurden durch Gisela Rohmert und das Lichtenberger Institut bestätigt. Allerdings wird in unserer Kultur das Hörorgan kaum mehr gefordert und der Hörsinn verkümmert. Das Klangformat mp3 z.B. transportiert lediglich ca. 5% der existenten Frequenzen!

ZIEL der interaktiven Angebote zu Atmung, Stimme und Persönlichkeit von AnKlang ist:

  • die Unterstützung eines natürlichen Atemflusses, (dem Basistransporteur der Stimme, nach dem bipolaren Atemprinzip)
  • ein Enthüllen und die Reaktivierung der Selbstregulation der eigenen Stimme und
  • ein Ermutigen zu persönlicher Authentizität und Integrität – bzw. eigenem „Stimmig-Sein“ (personare = durchtönen)

→ Stimmtraining ohne Fleiß-Übungen und Anstrengung, sondern durch Spaß, Freude, Entspannung und erhöhte Bewusstheit

Ich möchte Freude an der eigenen Stimme vermitteln, und dazu ermutigen, sie zur „stimmigen“, gesunden Basis der eigenen Persönlichkeit zu machen.

 

 

Wirkung von Klang und Gesang

Inzwischen ist es weit verbreitet, dass unser Stimmklang – vor allem gesungen – einer Art Seelenhygiene und Stressprophylaxe entspricht. (vgl. Bossinger in Mausini „Befreie Deine Stimme“, S11.)

Eigens von uns produzierter Klang und Gesang hat eine ganz besondere Wirkung auf uns:

  • Lösen von Verspannungen und Unsicherheiten in der Sing- und Sprechstimme
  • Förderung des sprachlichen Ausdrucks
  • Training und Sensibilisierung der inneren Ohrmuskeln
  • Stimulanz der Hirnrinde (Neokortex) und dadurch Förderung von Konzentration, Gedächtnis, Denkfähigkeit, geistiger Wachheit und Vitalität (besonders ein Mangel an hohen Frequenzen führt zu Konzentrationsschwäche, Ermüdung bis zu Depression – vgl. Alfred Tomatis)
  • Anregen der sensorischen Muskeln und der Feinmotorik
  • Gleichgewichtsregulierung und Anregen von Kreativität
  • Anregen der Hormonproduktion – u.a. Glückshormone und das „Mitgefühlshormon“ Oxytocin, welches nachweislich den Zusammenhalt im Team und das Vertrauen untereinander fördert
  • Produktion des Antikörpers Immunglobulin A gegen Krankheitserreger wird gefördert, ebenso wie die Entwicklung von Endorphinen, die eine antidepressive und schmerzverringernde Wirkung auf uns haben; die Ausschüttung von Dopamin wird verstärkt; (z.B. Singen bei der Geburt von Kindern, um die Schmerzen zu minimieren)
  • Förderung von Entspannung
  • Abbau von Stress und Hektik und Regulation des Herz-Kreislauf-Systems (Herz und Atmung schwingen zusammen, die Frequenz wird niedriger), das Stresshormon Kortisol wird abgebaut, die Ausschüttung des „Aggressionshormons“ Testosteron wird gehemmt
  • Positiver Einfluss auf das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Atmung und die soziale Intelligenz
  • Stabilisierung von Intuition und Selbstheilungskräften; Basis: Klang verändert Struktur (u.a.: Emoto, Lauterwasser: Wasserbilder (siehe Foto), chladnische Klangbilder etc.)
wasserbild blau

Wasserbild Blau

  • Pythagoras fand bereits 600 v.Chr. heraus, dass es zwischen den Gesetzen der Beziehung unter Zahlen und Tönen jeweils einen Zusammenhang gibt. (Pythagoras: „Die ganze Welt ist Harmonie und Zahl“) Z.B. lässt sich jede Proportion ganzer Zahlen als Tonintervall darstellen; Johannes Kepler (1571-1630) hat bestätigt, dass die Umlaufgeschwindigkeiten unserer Planeten in Dur-Dreiklängen eine Art „akustische Sphärenharmonie“ ergeben;
  • Ebenso können Symmetriegesetze in der Botanik, der Pflanzenwelt und von Kristallen, sowie von Baukunst – quasi immer auch harmonikal gedeutet werden; die Basis hierzu bilden die „5 Platonischen Körper“, die Grundstrukturen von zu Molekülen verbundener Atome; auch sie „tönen“ hauptsächlich im Dur-Dreiklang

Singen, Tönen und klangvolles Sprechen machen glücklich, gesund, schön und schlau 🙂

 

Quellen + weitere Infos

Studien

  • „Kunst und Therapie“, Band 8, 1986: Studie von Dr. Jorgos Canacakis zum Lernverhalten von Gesangspädagogen ergab folgende Änderungen im Verhalten der Studierenden (Reihenfolge nach beobachteter Häufigkeit):

– Hemmungsverminderung
– bewussterer Umgang mit Gefühlen
– verbesserte Körperwahrnehmung
– optimierte Ausdrucksfähigkeit
– offenerer Kontakt zu anderen
– Harmonisierung und Stabilisierung der Persönlichkeit

  • Studie zur Lebenszeitverlängerung durch Singen (vgl. „Stimme – Spiegel meines Selbst“ S. 75)
  • „il canto del mondo e.V.“, Dr. Karl Adamek: diverse Studien zu Langzeitwirkung von Stimmentfaltung
  • „Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung“: diverse Studien, z.B. zum Thema „Tinnitus-Symptom-Linderung durch Stimmübungen“ und „Musik als Schmerztherapie“

 

Literatur – Basiswissen Stimme

    • Alfred Tomatis: „Der Klang des Lebens“
    • Annette Cramer: „das Buch von der Stimme“, 1998
    • Carlo Mausini: „Befreie Deine Stimme“, 2010
    • Joachim Ernst Berendt: „Nada Brahma. Die Welt ist Klang“, 1983
    • Laeh Maggie Garfield: „Der heilende Klang“, 1988
    • Peter Michael Hamel: „Durch Musik zum Selbst“, 1980
    • Romeo Alavi Kia: „Stimme – Spiegel meines Selbst“, 1991
    • Romeo Alavi Kia + Renate Shulze-Schindler: „Sonne, Mond und Stimme“, 2011
    • Rudolph Haase: „der messbare Einklang. Grundzüge einer messbaren Weltharmonik“, 1976
    • Sabine Wittstock: „Stimmig sprechen – Stimmig leben“, 2001
    • Wolfgang Bossinger, R. Eckle (Hrsg.): „Schwingung und Gesundheit. Neue Impulse für eine Heilungskultur aus Wissenschaft, Musik und Kunst“, 2010
    • Wolfgang Bossinger: „Die heilende Kraft des Singens“, 2006 + www.healingsongs.de
    • Zeitschrift „Chorzeit Nr.8: Singen und Gesundheit“, 09/2014
    • Siehe auch: Psychoneuroimmunologie, Sozio-Epigenetik (Körperliches Befinden steht eng in Zusammenhang mit Herkunft, Umfeld und Erlebtem/ Mindset), z.B. Christian Schubert: Geometrie der Seele

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